PATH TO PURCHASE

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Max Meyn, 08.03.2015

Zusammenfassung

Kunde ist man nicht, man wird dazu. Und zwar auf bisweilen verschlungenen Pfaden, dem „Path to Purchase“, auch „Customer Journey“ genannt. Der Pfad des Kunden ist für den Verkäufer natürlich nicht vollständig sichtbar, aber es gibt doch Kundenverhalten, aus dem man ganz gut ablesen kann, wie „reif“ der Kunde ist. Ein sichtbares Kundenverhalten ist zum Beispiel die Verwendung von Suchbegriffen in der Suchmaschine Google. Was man aus den Suchbegriffen ablesen und wie man damit seine Google AdWords-Kampagnen (SEM, SEA) optimieren kann, das zeigt dieser Artikel.

Buying Funnel, Path to Purchase und Touchpoints

Vorab einige Begriffsklärungen.

Der „Buying Funnel“ (Kauf-Trichter) bezeichnet den Prozess der fortschreitenden Qualifizierung von großen Zielgruppen zu kleineren mit Hilfe von Filterverfahren. Der Fokus liegt dabei auf dem aggregierten Durchschnittsverhalten.

Ich bevorzuge den Begriff „Path to Purchase“, eine Betrachtung, die vom Einzelverhalten ausgeht. Der Pfad besteht aus Wegpunkten, an denen sich der Kunde jeweils Informationen besorgt, die er als notwendig für eine Kaufentscheidung erachtet. Dies kann online (z.B. über Suchmaschinen) als auch offline (z.B. über Telefon) erfolgen. Wenn ein Wegpunkt für eine Firma (einen Anbieter) im messbaren Bereich liegt, sie also Kenntnis über das Informationsverhalten des Kunden hat, spricht man von „Touchpoints“.

Jeder Kunde geht seinen ganz eigenen Pfad mit ganz eigenen Touchpoints zum Kauf, aber es gibt logisch und zeitlich aufeinander aufbauende Phasen, in die man die unterschiedlichen Pfade einteilen kann. Die Menge möglicher Phasenmodelle ist sehr groß, und jede Branche hat ihre Besonderheiten. Das folgende Phasenmodell hat sich aber in meiner praktischen Arbeit als äußerst SEM-tauglich bewährt:

     

  1. Phase: Aufmerksamkeit, Interesse, Mangel feststellen (Awareness, Interest)
  2. Phase: Erwägung, Lernen, Planung (Consideration, Learn)
  3. Phase: Absicht, Vergleich, Prüfung (Intent)
  4. Phase: Entscheidung, Absicherung, Shoppen (Decision)
  5. Phase: Kaufen (Buy)
  6.  

Die genannten fünf Phasen werden auch als „Reifegrade“ bezeichnet, da sie eine zunehmende Nähe zur Kaufentscheidung beschreiben. Eine noch andere Bezeichnung der Phasen lautet „Informations-Level“. Das Suchmaschinen-Marketing mit Google AdWords nutzt solche unterschiedlichen Reifegrade für abgestufte Bid-Strategien, von denen im Folgenden eine einfache Variante vorgestellt wird. Sie eignet sich vor allem für kleinere Werbe-Budgets von KMU sowohl in der B2B- als auch in der B2C-Kommunikation.

Der Interessent reift zum Kunden

Beispiel gefällig? - Ein innerer Monolog:

     

  1. „Meine Waschmaschine ist kaputt, evtl. brauchen wir eine neue. Vielleicht kann ich sie aber auch reparieren lassen. Bei zwei kleinen Kindern drängt die Zeit.“
  2. „Ich habe mich mit meinem Nachbarn unterhalten, er ist der Meinung, dass Reparatur nicht lohnt, die Maschine ist zu alt. Der kennt sich aus. Also Neukauf. Ich werde nach Informationen suchen, um Fachbegriffe zu verstehen und worauf ich beim Kauf achten muss. Vielleicht finde ich einen Experten.“
  3. „Ich weiß jetzt, was wir brauchen: einen frei stehenden Frontlader mit 8 kg Fassungsvermögen, 1.600 Umdrehungen und Energieeffizienz A+++. Dafür muss ich ungefähr 550 bis 650 Euro bezahlen. In einem Testbericht schneiden Siemens iQ700 WM16S443 und Bosch WAS28443 ganz gut ab. Eine der beiden wird's wohl werden.“
  4. „Klar, der Preis ist wichtig. Was mir aber auch wichtig ist: ich möchte einen Service vor Ort. Falls mal was kaputt geht, stehen wir wieder ohne Waschmaschine da. Für Service würde ich sogar mehr ausgeben. Aber da komme ich in Bamberg nicht weiter. Werde wohl wieder bei einem Versender einkaufen. Der sollte dann auch die kaputte Maschine mitnehmen. Bei meiner Auswahl eines Anbieters verlasse ich mich auch auf Empfehlungen anderer Kunden.“
  5. „Bei einem Anbieter sind die Versandkosten zu hoch und ein anderer kann erst in drei Wochen liefern. Zum Media Markt bin ich auch gefahren, Fehlanzeige. Dann also Otto-Versand, weil ich schon oft dort gekauft habe und mich auf eine perfekte Abwicklung verlassen kann. Fühle mich sicherer, dass ich nicht einem dubiosen Händler aufsitze. Außerdem nehmen die meine kaputte Maschine für 14 Euro mit und ich bekomme Express- Zustellung für 20 Euro. Werde aber noch mal darüber schlafen.“
  6.  

Nach der Phase 2 ist der Kunde in einem Zustand, den ich als „Minded“ bezeichne: er hat sich eine erste Orientierung verschafft und kennt bestimmte Fachbegriffe. Mit diesem Wissen hat er (innerlich) eine erste Vorauswahl für eine Produktkategorie oder einen Lösungstyp getroffen und die weitere Richtung der Entscheidung festgelegt.

Nach der Phase 4 ist der Kunde überzeugt und hat sich für ein Produkt oder eine Dienstleistung entschieden, er befindet sich im Zustand „Convinced“.

Am Suchbegriff sollt ihr sie erkennen

Nehmen wir einmal an, dass der Kunde aus dem oben genannten Beispiel sich in jeder Phase auch über Google Informationen zusammensucht. Dabei könnte er etwa die folgenden Suchbegriffe verwenden:

<b>Phase/Reifegrad</b><b>Informationsbedarf&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</b><b>Suchbegriffe&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</b>
1. InteresseWer kann mir helfen, mein Problem zu lösen? Wer kann mir helfen, mein Problem zu verstehen? Wie kann er mir helfen? Welche Produktkategorien/ Lösungen gibt es überhaupt?&bull; waschmaschine
&bull; waschmaschine kaputt
&bull; waschmaschine reparieren
2. LernenWorin unterscheiden sich die Produktkategorien / Lösungen? Was bedeuten bestimmte Fachbegriffe? Welche Details sind wichtig für meine Entscheidung? Welche Kosten entstehen? Welche Eigenschaften beeinflussen den Preis besonders stark? Woran erkenne ich einen guten Anbieter? Welche Risiken / Nachteile sind mit Produktkategorien / Lösungen verbunden? Welcher Experte kann mich beraten?&bull; forum waschmaschinen
&bull; waschmaschinen testbericht
&bull; waschmaschinen ratgeber
&bull; waschmaschinen vergleichen
MINDED: Entscheidung für eine Kategorie / einen Typ
<b>Phase/Reifegrad</b><b>Informationsbedarf&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</b><b>Suchbegriffe&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</b>
3. AbsichtWer bietet die Produktkategorie/Art der Lösung an?&bull; frontlader 7 kg 1600 umdrehungen
&bull; waschautomat 1600 rpm freistehend
&bull; siemens waschmaschine kaufen
4. EntscheidungWelche sonstigen Leistungen eines Anbieters sind wichtig für mich? Welches spezifische Produkt/ welcher Service ist das/ der Beste für mich? Gibt es (kostenlose) Proben/ Schnupperangebote?&bull; iQ700 WM16S443 preisvergleich
&bull; bosch was28443 bamberg
CONVINCED: Entscheidung für ein Produkt / eine Leistung
<b>Phase/Reifegrad</b><b>Informationsbedarf&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</b><b>Suchbegriffe&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</b>
5. KaufenWelcher Anbieter ist der Richtige? Wer hat den besten Preis? Sind die Preise/Konditionen überhaupt vergleichbar? Wer liefert versandkostenfrei? Wer bietet Servicevorteile?&bull; lieferfristen versandkosten iQ700 WM16S443
&bull; bosch was28443 rücknahme altgerät

Natürlich lässt sich nicht jeder Kaufprozess in die vorgeschlagenen fünf Phasen unterteilen. Das ist auch nicht sinnvoll, da die Wirklichkeit viel komplexer ist. Der Vorteil eines solchen Phasenmodells besteht jedoch darin, dass man sich über die Entscheidungswege seiner Kunden etwas mehr Klarheit verschaffen kann. Diese Arbeit passiert in der Regel nicht einmal, sondern ist ein dauernder interner Prozess, an dem alle Abteilungen eines Unternehmens beteiligt werden sollten. Und je mehr Klarheit über die Entscheidungswege ihrer Kunden eine Firma hat, umso effizienter kann sie ihr Werbebudget einsetzen. Das Wissen über die „Customer Journey“ einer Branche kann damit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

Generisch und Brand, Head und Long Tail

In den Phasen/Reifegraden 1 und 2 verwendet der Kunde bei seiner Google-Suche vor allem Worte aus der Alltagssprache. Wir bezeichnen das als „generische“ Suchbegriffe. Die Suchbegriffe in den Phasen 3, 4 und 5 sind sehr oft Markennamen oder Typenbezeichnungen. Diese Art von Suchbegriffen wird als „Marken“- (oder „Brand“-)Suchbegriffe bezeichnet.

Die Suchbegriffe in der oben stehenden Tabelle werden von oben nach unten betrachtet immer fachspezifischer und die Anzahl der Worte je Suchbegriff nimmt zu. Je höher der Reifegrad und also je mehr Suchwörter im Suchbegriff enthalten sind, umso eher zeigen die Suchbegriffe, was der Suchende „denkt“.

Lange, spezifischere Suchbegriffe werden als „Long Tail“ bezeichnet. Das Suchvolumen für einzelne Suchbegriffe (Search Terms) im Long-Tail ist deutlich geringer als das für Suchbegriffe aus dem „Head“.

Long Tail: Verteilung von Suchbegriffen nach Häufigkeit

Der linke Teil der Grafik zeigt den „Head“-Bereich, Suchbegriffe, die sehr oft bei Google eingegeben werden („Popularität des Suchbegriffs“ ist hoch), eher allgemein sind und jeweils kaum Synonyme haben. Der rechte Teil der Grafik ist der „Long Tail“. Die darunter fallenden Suchbegriffe werden weniger oft verwendet („Popularität“ ist niedrig), sie sind eher lang und spezifisch, und sie haben eine hohe Zahl an Synonymen („Anzahl Suchbegriffe“). Zum Beispiel ist eine veränderte Wortreihenfolge bei 4-Wort-Suchbegriffen ein solches Synonym.

Zwei Säulen der Google AdWords-Strategie

Am liebsten möchte jeder Werbetreibende nur die Kunden mit bezahlter Werbung (Paid Search) ansprechen, die kurz vor dem Kauf stehen. Dadurch vermeidet man Streuverluste, also Werbekosten, die nicht durch die relevanten Zielgruppen anfallen. Allerdings sind diese Kunden relativ schwer zu finden und es gibt naturgemäß nur wenige von ihnen.

1. Säule: AdWords-Kampagne im Head

Ein möglicher Ausweg besteht darin, relevante Kontakte im Vorfeld der Entscheidung – zum Beispiel auf den Stufen 2 und 3 – zu identifizieren und rechtzeitig auf das eigene Unternehmen hinzuweisen. Nur wenn ein Kunde einen Anbieter „auf dem Schirm“ hat, kann er ihn im Moment der Entscheidung in die nähere Wahl ziehen.

Man wird also für diese Zielgruppe eine Kampagne entwerfen, die eher mit generischen Keywords aus dem Head-Bereich arbeitet und der Phase der Informationsbeschaffung zuzuordnen ist. Das Angebot, das dieser Zielgruppe in den AdWords-Anzeigen gemacht wird, ist nicht ein Produkt/eine Dienstleistung, sondern solche Dinge wie z.B. laienverständliche Informationen, Checklisten, Webinare, Show Cases, Checklisten, FAQ oder eMail-Newsletter. Mit ihrer Hilfe kann der Kunde seine Kaufentscheidung vorbereiten und nimmt als Erinnerung den Eindruck mit, dass man ihm eine kompetente Beratung gegeben hat. Voraussetzung ist, dass der Content auf der Landing-Page und der gesamten Website gut und gehaltvoll ist und nicht in erster Linie Werbebotschaften transportiert. Diesen Ansatz im Inbound-Marketing bezeichnen wir als Content-Marketing.

Wichtig ist bei dieser Strategie, dass nach der Landing-Page mindestens ein eindeutiges Conversion-Ziel definiert ist und korrekt gemessen wird, damit man die Grundlage für eine solide Qualitätsbewertung der einzelnen Keywords zur Hand hat.

2. Säule: AdWords-Kampagne im Long Tail

Um den Kunden im Moment der Kaufentscheidung oder zumindest kurz davor zu erreichen, baut man eine zweite AdWords-Kampagne mit Keywords aus dem Long-Tail (also mit Keywords, die sehr spezifisch sind). Die Anzahl der Keywords in dieser Kampagne ist deutlich höher als in der Head-Kampagne. Auch der Arbeitsaufwand für die Keyword-Findung und die Kampagenenerstellung ist bei Long-Tail-Ansätzen wesentlich höher. Und was das größte Problem ist: die aus der Verkäufersicht idealen Keywords erreichen bei Google AdWords oft kein ausreichendes Suchvolumen und können für eine Anzeigenschaltung nicht verwendet werden.

Belohnt wird man im Long Tail mit einer höheren Abschlussquote (Conversion-Rate). Die Keywords im Head kosten in der Regel mehr als die im Long Tail, da der Wettbewerb bei den Head-Keywords größer ist. Für die Bid-Strategie bietet sich folgende Faustregel an: Hoher Reifegrad = Hohes CPC-Gebot.

Erfolgskontrolle mit Google Analytics

Beispiel für eine AdWords Kampagnen-Auswertung mit Google Analytics

Beispiel für eine AdWords Kampagnen-Auswertung mit Google Analytics: Die Kampagne #13 richtet sich an die Nutzer der Suchmaschine Google, die Suchbegriffe aus dem Ende des Path to Purchase eingegeben haben, also kurz vor dem Kauf stehen. Gegenüber der Kampagne #12, die sich an Kontakte im mittleren Bereich des Path to Purchase richtet („Learn“), ist die Anzahl der Besuche deutlich geringer, jedoch alle Performance-Kriterien sind signifikant höher: Seiten/Besuch, durchschnittliche Besuchsdauer, Absprungrate und vor allem die Zielerreichung (Abschlüsse für Ziel). Was man an diesem Beispiel auch sieht, ist, dass es sich bei der Kampagne #13 um Besucher mit einem höheren Mehrfachbesuchsanteil handelt, diese Besucher also bereits zuvor vermehrt auf der Website nach Informationen zur Vorbereitung der Kaufentscheidung gesucht haben.

Verfeinerung des Phasenmodells

Ein praktikables Vorgehen für die Verfeinerung des eigenen Phasenmodells und für die AdWords Optimierung insgesamt besteht darin, dass man eine dritte Kampagne mit Keywords vom Typ „broad match“ verwendet. Diese Kampagne dient als Suchbegriff-Lieferant. Die Suchbegriffe, die man über diese Kampagne ermittelt, werden an Hand von Performance-Kriterien bewertet (Absprungrate, Conversion-Rate etc.). Anschließend werden sie in die Tabelle des eigenen Phasenmodells in der entsprechenden Stufe eingetragen und fließen in die Verfeinerung der Head- und Long-Tail-Kampagnen ein. Man merkt bei dieser Arbeit relativ schnell, wenn man sein Phasenmodell anpassen muss.

Content-Marketing: Welche Informationen können dem Kunden helfen?

Der erste Teil der Arbeit ist das Ansprechen der relevanten Zielpersonen mit guten AdWords-Anzeigen, die hohe Click-Raten (CTR - Click Through Rate) haben. Damit hat AdWords seine Pflicht getan.

Wenn diese Zielpersonen dann auf der Website gelandet sind (auf der Landing-Page), fängt der zweite Teil der Arbeit an, ohne den eine AdWords-Kampagne keinen wirtschaftlichen Erfolg generieren kann: die Conversion.

Eine Conversion ist nicht nur z.B. der finale Verkauf, den ich als Makro-Conversion bezeichne. Auch die Zwischenschritte (Micro-Conversions) auf dem Weg dorthin haben einen Wert und man misst sie mit Hilfe digitaler Ereignisse, z.B. Download-Button geklickt, ein ausgefülltes Formular abgeschickt, eine bestimmte Seite besucht. Und in direkter Nähe zu diesen digitalen Ereignissen bietet man dem Website-Besucher Inhalte (Content) an, die er als hilfreich, nützlich oder unterhaltend erachtet. Für die Erstellung dieser Inhalte sollte man relativ viel Aufwand betreiben, da der Besucher sich während der Lektüre nicht nur die gesuchte Information aneignet, sondern auch ein Bild des Unternehmens entwickelt, dessen Texte er gerade liest, um in einem späteren Schritt des Path to Purchase wieder zurückzukehren.

Diese Methode, mit wertvollen, attraktiven und nützlichen Informationen das Image des Unternehmens positiv aufzuladen, wird als Content-Marketing bezeichnet.

In jeder Phase des Path to Purchase sollte man unterschiedlichen Content anbieten, um zu vermeiden, dass Texte mit Details überfrachtet sind, die den Besucher von seinem aktuellen Ansinnen ablenken. Er würde die Lust am Lesen verlieren und die Website vor der Conversion verlassen.

Welche Informationen in welcher Phase angeboten werden können, zeigt diese Beipielliste:
Phase 1: Laienverständliche Informationen, Checklisten als PDF-Downloads
Phase 2: Foren, Checklisten als PDF-Downloads, Tutorials, Webinare
Phase 3: Show Cases, Checklisten, FAQ, eMail-Newsletter, Webinare
Phase 4: Datenblätter, Übersichten, Vergleichszenarios, Testberichte, Probenservice, Webinare
Phase 5: Referenzen, Zugaben, Aktionen, Versandkosten, Rückgabe-Handling

Auch hier gilt: die Zuordnung auf bestimmte Phasen ist für jede werbetreibende Firma unterschiedlich. Das Beispiel soll nur eine Anregung sein für die eigene Suche nach geeigneten Kommunikationsinhalten im Rahmen der Content-Strategie.

Glossar

Absprungrate

Die Absprungrate beschreibt den prozentualen Anteil an Besuchern einer Website, die eine einzige Seite (Landing-Page) sehen und dann die Website wieder verlassen, ohne eine Aktion auf der Seite ausgeführt zu haben.
Dass ein Besucher die Website nach nur einer Seitenansicht (Pageview) wieder verlässt, kann zwei Gründe haben:
• die Information, die er erwartet oder gesucht hat, wurden auf der Landing-Page vollständig oder ausreichend geboten
• der Besucher stellt auf der Landing-Page fest, dass er offenbar am falschen Ort gelandet ist.
Im Fall 1. ist eine hohe Absprungrate kein Problem. Im Fall 2. sollte man die Ursachen analysieren und die Landing-Page verbessern (Landing-Page Optimization. Eine Möglichkeit der Ursachenforschung sind Besucher-Umfragen, die auch als Cloud-Services angeboten werden.
Im Englischen heißt die Absprungrate "Bouncerate".

Bid Strategy

Gebotsstrategien (Bid Strategies) bei AdWords sind Regeln, nach denen der max. CPC für ein Keyword festgesetzt wird. Dies kann automatisiert oder von Hand geschehen. Ziele von Gebotsstrategien können z.B. die Maximierung der Klick-Anzahl oder die Optimierung des gesamten AdWords-Budget im Hinblick auf die erzielten Gewinne nach Werbekosten sein. AdWords bietet selbst einige automatische Strategien für die Gebotsoptimierung an.
Große AdWords Budgets werden zum Teil mit komplexer Software automatisch optimiert. Diese Systeme werden unter dem Begriff Bid Management zusammengefasst.

Buying Funnel, Purchase Funnel

Kauf-Trichter. Der Purchase Funnel ist ein prozessuales Stufenmodell, in dem sich ein Kunde über mehrere Stadien zum Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung entscheidet. Die zu Grunde liegende Annahme ist, dass eine Entscheidung erst fällt, wenn sich der Käufer das ihm notwendige Wissen zum Produkt und Vertrauen zum Unternehmen angeeignet hat, er dieses Wissen/Vertrauen also nicht einfach hat. Die Stadien, die er dabei durchläuft, beschreiben die mentale Einstellung zum Produkt bzw. zur Dienstleistung. Dabei variiert die Bezeichnung der einzelnen Stadien. Die wohl bekannteste Einteilung stellt die AIDA-Formel dar: Attention, Interest, Desire, Action, die ursprünglich eine Theorie über die Wahrnehmung eines Werbemittels (z.B. eines Direct Mail) durch den Kunden war.
Die Bezeichnung "Funnel" (Trichter) ist unter anderem darum als bildhafte Beschreibung naheliegend, weil die Zahl der relevanten Personen mit zunehmender Nähe zum Kaufabschluss abnimmt, die Zielgruppen also im Laufe des Prozesses immer kleiner werden.

Conversion

Abschluss einer Werbeaktion, in der Regel handelt es sich dabei um die Erreichung eines zuvor definierten Werbeziels. Man kann aus pragmatischen Gründen zwischen Mikro-Conversions (Erreichung kleinerer Zwischenziele) und Makro-Conversions (Erreichung der großen Ziele) unterscheiden. Beispiele für Makro-Conversions sind
• Kauf im Online-Shop
• Eintrag in die Abonnenten-Liste eines eMail-Newsletters
• Bitte um telefonischen Rückruf über ein Online-Formular.
Jeder Conversion, also nicht nur den Käufen im Online-Shop, sollte ein finanzieller Wert zugeordnet werden, um den wirtschaftlichen Erfolg einer Werbeaktion messen zu können.

Die BLITZ Internet GmbH gibt es seit 1997 und sie ist eine AdWords-Agentur in Bamberg, die ihren B2B- und B2C-Kunden dabei hilft, das CPC-Budget bestmöglich und ohne Streuverlust einzusetzen. Unsere zertifizierten SEM- und Display-Experten optimieren digitale Werbekampagnen professionell - sowohl mit statistischen Verfahren als auch von Hand.