Für wen ist dieser Artikel geeignet: für alle Einsteiger und Unternehmer, die sich einen ersten Überblick über das Thema Affiliate Marketing verschaffen wollen.

Möchte man jemanden über Online Marketing aufklären, fällt unweigerlich immer ein Stichwort: “Content”. Und wenn es eins gibt, was potentielle Kunden schon vor einer Beratung wissen, ist es, dass man für Online-Auftritte Inhalte braucht und zwar regelmäßig. Content Marketing ist völlig zurecht ein wichtiges Thema und in unserem Geschäft kommt man einfach nicht drum herum (was manchmal auch ganz schön nerven kann).

ABER: Heute soll es ausnahmsweise mal nicht um Content Marketing gehen, sondern um ein Thema, mit dem deutlich weniger Leute etwas anfangen können, das aber mindestens genauso spannend ist: Affiliate Marketing (für jeden, der den Titel gelesen hat oder in Google nach Affiliate Marketing gesucht hat vermutlich kein riesiger Schock, daher verzeihen Sie mir die Theatralik).

Wir haben schon einige Male die Erfahrung gemacht, dass gerade dieses Feld viel Interesse weckt, daher wollen wir hier eine (relativ) kurze Einführung anbieten, für alle Unternehmer, die wissen wollen, was hinter dem Begriff Affiliate Marketing so alles steckt.

Was ist Affiliate Marketing?

Beim Affiliate Marketing handelt es sich um einen der klassischen Performance Marketing Kanäle im Online Marketing Mix. Aus dem Englischen kommend, bedeutet “to affiliate” soviel wie “sich anschließen”, “sich angliedern” oder “sich zusammenschließen” - und diese Übersetzung trifft den Nagel schon ganz gut auf den Kopf. Im Kern geht es bei dieser Marketingdisziplin nämlich um den geschäftlichen Zusammenschluss eines werbetreibenden Unternehmens, dem sogenannten “Merchant” oder “Advertiser” und einem externen Marketingpartner, dem “Affiliate” oder auch “Publisher”.

Schön und gut, aber wie funktioniert das denn jetzt genau? Es gibt unterschiedliche Arten von Affiliates - auf die wir an späterer Stelle noch genauer eingehen möchten - aber in den meisten Fällen läuft es nach folgendem Prinzip: Der Affiliate stellt die Produkte oder Dienstleistungen des Merchants auf seiner eigenen Internetpräsenz vor (z.B. auf seiner eigenen Website oder in seinem Blog), empfiehlt oder bewirbt sie bei seinen Besuchern und verweist diese “Kontakte”, beispielsweise durch einen Link oder einen Banner, auf die Website oder den Webshop des Merchants.

Die Provisionierung

Und was bekommt der Affiliate für den vermittelten Kontakt? Ganz einfach - eine Provision.

Das Tolle daran: Die Provision wird nur im Erfolgsfall fällig. Der Erfolgsfall hängt natürlich von der vorher definierten Zielsetzung des Merchants ab und so greifen dementsprechend verschiedene Provisionierungsmodelle.

Die drei häufigsten Modelle sind:

  1. Pay-per-Click: Der Merchant möchte beispielsweise die Besucherzahlen auf seine Website steigern und zahlt dem Affiliate eine Provision pro Besucher, den er über das Werbemittel (Link oder Banner) generiert hat.
  2. Pay-per-Lead: Ziel des Merchants ist es, möglichst viele Leads zu generieren. Das kann beispielsweise eine Registrierung für einen Newsletter oder der Download eines PDFs auf der Website des Merchants sein. Konvertiert der vermittelte Besucher in einen Lead, erhält der Affiliate dafür eine Provision.
  3. Pay-per-Sale: Hier ist die Zielsetzung des Merchants ganz klar der Verkauf von Produkten. Kauft der User nun einen Artikel im Webshop des Merchants, bekommt der Affiliate einen prozentualen Anteil des Verkaufspreises.
     

Was kann ich als Merchant durch Affiliate Marketing erreichen?

Die grundsätzlichen Ziele, die der Merchant durch Affiliate Marketing verfolgen kann, liegen dabei klar auf der Hand:

  • Die Reichweite seines Angebots kann gesteigert werden.
  • Es können höher Abverkaufszahlen für seine Angebote erreicht werden.
  • Die Klickzahlen auf die Website oder des Webshops können angekurbelt werden, womit der Traffic steigt.
  • Eine größere Anzahl an Leads kann generiert werden. Als Lead bezeichnet man im Marketing eine qualifizierte Kontaktanfrage eines potenziellen Interessenten. Das kann, je nach Auslegung, beispielsweise ein abgeschicktes Kontaktformular, ein Newsletter-Abonnement, der Download von Software oder Dokumenten, oder eine Registrierung für einen Testaccount sein. 

Affiliate Arten

Affiliate ist nicht gleich Affiliate. Um die Aufmerksamkeit des Users auf den Merchant zu lenken, stehen für Affiliates unterschiedliche Möglichkeiten, Plattformen und Werkzeuge zur Verfügung. Folgend möchten wir Ihnen die wichtigsten Affiliate-Arten vorstellen:

Content Affiliates

Content Affiliates sind wohl die ursprünglichste Form des Affiliate Marketing. Die Vermarktung des Merchants findet hier auf Website, dem Blog oder dem Forum des Affiliates statt. Dabei besetzt der Affiliate in der Regel ein bestimmtes Thema, häufig sogar eine bestimmte Nische - befasst sich also mit einem ganz bestimmten thematischen Schwerpunkt. Die Darstellung kann von einer einfachen und unkommentierten Bannerplatzierung bis hin zu einem ausführlichen Artikel über das Produkt und einer Empfehlung reichen. Letzteres hat natürlich den Vorteil, dass beim Konsumenten entscheidende Impulse ausgelöst werden können, wodurch deren Kaufentscheidung beeinflusst werden kann.

Content Affiliates zeichnen sich durch einen hohen Anteil qualitativ hochwertiger Neukunden aus und sind damit für den Merchant besonders wertvoll.

Preisvergleich Affiliates

Wir alle kennen sie: Preisvergleichsportale wie z.B. Idealo.de oder Billiger.de. Zu einem gewünschten Produkt werdem dem Konsumenten unterschiedlich Anbieter und Webshops präsentiert und deren Preise verglichen - simpel. Es liegt auf der Hand, dass in erster Linie der Preis dabei den kaufentscheidenden Impuls gibt. Ergänzend bieten die großen Player meist weitere Informationen zu Produkten wie Lieferdauer, Versandkosten oder Bezahlmethoden, die ebenfalls die Kaufentscheidung beeinflussen können.

Der Vorteil an solchen Affiliates ist der, dass Besucher, die über ein Preisvergleichsportal kommen, meist bereits eine Kaufentscheidung getroffen haben und somit sehr wertvoll sind. Allerdings eignen sich solche Affiliates auch nur für Merchants, die Produkte anbieten, die sich sinnvoll vergleichen lassen. Wenn man also zum Beispiel hoch spezialisierte Einzelprodukte anfertigt, sind Preisvergleich Affiliates eher ungeeignet (dann vielleicht doch eher ein Content Affiliate - siehe oben).

Social Media Affiliates/Influencer

Social Media kann für alle, die nicht etwa 15 Jahre alt und dem Smartphone an der Hand geboren sind (leicht übertrieben, alle U20-Leser mögen mir verzeihen, aber selbst in meinem Alter beschleicht mich schon immer mehr das Gefühl, mit der “Jugend von Heute” nicht Schritt halten zu können), ein Buch mit sieben Siegeln sein. Dennoch hat man das Gefühl, heutzutage nicht mehr um das Thema herum zu kommen. Daher hat wohl fast jedes Unternehmen, egal wie groß oder klein, heutzutage “irgendwie” einen Facebook-Account, oder ist auf Twitter und Snapchat vertreten. Dabei stellt man meist relativ schnell fest, dass es echt aufwendig sein kann, die verschiedenen sozialen Netzwerke regelmäßig zu pflegen.

An dieser Stelle können Affiliates aushelfen: Social Media Affiliates wissen (in der Regel) sehr gut, wie man in verschiedenen sozialen Medien Menschen erreichen und begeistern kann. Sie können über ihre eigenen Auftritte in den sozialen Medien Werbung machen, können neue Auftritte speziell für Themen rund um Produkte des Merchants machen oder direkte Werbung schalten.

Allerdings ist hier die Wahl des richtigen Affiliates besonders wichtig: Der Partner sollte sich nicht nur für die sozialen Medien begeistern, sondern auch für das angebotene Produkt Enthusiasmus zeigen und idealerweise Fachwissen vorweisen können, um authentisch zu sein. Außerdem bringen die sozialen Medien eigene Probleme mit sich. Manche Unternehmen haben strenge Regeln, wie was in den sozialen Medien kommuniziert werden darf. Dabei vielleicht sogar mehrere externe Affiliates genau zu kontrollieren kann sehr mühselig sein. Außerdem brauchen solche Partner regelmäßig Inhalte vom Unternehmen, hauptsächlich Bilder, denn die sind in den sozialen Medien enorm wichtig. Ohne eine Möglichkeit, solche Materialien bereitzustellen, macht es für ein Unternehmen womöglich wenig Sinn, mit Social Media Affiliates zusammen zu arbeiten.

SEA Affiliates

Kurze Auffrischung, da man bei den zigtausenden Abkürzungen schnell mal den Überblick verlieren kann: SEA bedeutet übersetzt nichts weiter als Suchmaschinenwerbung. Damit sind die Suchergebnisse gemeint, die in Google oder Bing oft ganz oben bei Suchanfragen auftauchen und mit “Anzeige” markiert sind. Als Unternehmen kann man selbst über den Anbieter (wie Google) solche (bezahlten) Anzeigen schalten. Man kann aber auch Affiliates anheuern, die genau darauf spezialisiert sind.

Normalerweise lenken Affiliates über ihre eigenen Webauftritte (Website, Blog, Social Media) Traffic auf den Webauftritt des Unternehmens, alternativ können Affiliates aber auch direkt über Anzeigen auf der Suchmaschine, wie bei Google Ads arbeiten. SEA Affiliates bezahlen im Normalfall selber für die Anzeigen, gehen also in Vorleistung und versuchen dann, über die ihnen gezahlte Provision Gewinn zu machen.
Falls man als Unternehmen bereits selbst SEA-Maßnahmen betreibt, sollte man darauf achten, dass man sich dabei mit den eigenen Affiliates in die Quere kommt und sich am Ende noch selber Konkurrenz für die gleichen Werbeplätze macht! Allerdings muss man SEA-Affiliates keineswegs automatisch ausschließen, wenn man selber aktiv ist, denn ein erfahrener Affiliate kann durchaus noch Werberäume auftun, die man selbst nicht entdeckt hat.

Abschließend

Neben den hier genannten Beispielen gibt es noch viele weitere Arten von Affiliates (Gutschein Websites, E-Mail Affiliates, Youtube Affiliates etc.), praktisch zu jedem Teilbereich des Online Marketings, den man sich vorstellen kann. Die Zusammenarbeit mit solchen Externen, die sich auf einen Aspekt spezialisiert haben, kann für ein Unternehmen, egal ob klein oder groß, sehr lukrativ sein. Daher gibt es im Internet inzwischen auch Anbieter, Affiliate-Netzwerke, die sich wiederum darauf spezialisiert haben, Unternehmen mit Affiliates zusammenzubringen, quasi als Partnerbörsen. Diese Seiten können nicht nur Kontakte herstellen, sondern auch einen Großteil des Managements, wie die Buchhaltung und das Tracking der Affiliates übernehmen und die dafür notwendige Infrastruktur bieten.

Es ist allerdings auch möglich, sein eigenes Partnerprogramm aufzubauen und selber direkt mit den Affiliates zu arbeiten. Dies bedeutet natürlich mehr Eigenaufwand, gibt einem aber auch mehr Kontrolle. Egal wie man letztlich sein Partnerprogramm gestalten möchte, ist es unserer Meinung nach wichtig, dass man, vor allem bei steigender Zahl von Affiliates, nicht den Überblick verliert. Man sollte nach Möglichkeit immer direkten Kontakt zu den externen Partnern beibehalten und konkret wissen, welche Maßnahmen wer unternimmt. Sonst kann es schnell passieren, dass man selbst nicht mehr bewerten kann, was eigentlich noch Sinn für das Unternehmen macht. Über persönlichen Kontakt sind normalerweise auch Affiliates froh, damit sie sich besser mit Ihnen abstimmen können und besser mit dem Unternehmen identifizieren können, dass sie im Internet vertreten.

Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen und/oder gefallen hat, Sie jetzt vielleicht mehr wissen wollen, dann behalten Sie uns doch im Auge! Wir planen, demnächst einen weiteren Artikel zum Thema Affiliate Marketing herauszubringen, der als Ratgeber konzipiert ist und Ihnen dabei helfen kann, falls Sie sich nun tatsächlich dazu entscheiden, ein Affiliate-Programm zu starten.